Die Savate Regeln wurden ausführlich geschildert sowie die Bedeutung des Savate in der Historie vom Straßenkampf zum Kampfsport der besseren Leute.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Disziplinen klar zu machen bedeutet aber nicht nur, ein technisches Regelwerk zu verbreiten. Es bedeutet vielmehr eine Philosophie zu leben.
Salem Assli der große Champ im Combat (Vollkontakt) und Assaut sagt, dass der Combat zwar sehr hart sei, aber der Assaut auf seine Weise genauso, denn die Schläge und Tritte dürfen nur berühren und nicht hart treffen. Das bedeutet absolute Kontrolle in jedem Bereich der Ausführung und konditionell eine besonderer Herausforderung, denn Schläge, die nicht voll treffen dürfen oder sogar daneben gehen kosten mehr Energie als diejenigen, die treffen.

Ich betrachte den Aussaut als Herzstück des Savate aus vielerlei Gründen:

1. Der Combat ist ohne den Assaut nicht denkbar, den auch die Vollkontaktler jeder Sportart (Thai-Boxen, Kickboxen, Boxen) müssen im Sparring kontrolliert arbeiten. Selbst Profis tun das, denn man muss in der Lage sein Technik zu üben ohne verletzt zu werden. Einen Verletzung ist immer schlecht, denn sie unterbricht den Trainingsfortschritt und für den Kampfkünstler bedeutet sie einen Rückschritt in der Verteidigungsfähigkeit.

2. Reines Vollkontakt verschlechtert die Technik, denn es wird immer Leute geben, die meinen, dass Technik der Kraft oder falsch verstandener Härte geopfert werden kann.

3. Der Vollkontakt zieht Leute an, die in anderen Disziplinen besser aufgehoben sind d.h. Savate ist Amateursport und mit den Kämpfen verdient man wenig bis nichts und so soll es auch bleiben, denn die Vorzüge des Savate sollen allen zugänglich sein von jung bis alt. Platzwunden am Kopf passen da gar nicht zu. Das Feld der Vollkonkt-Disziplinen, die dies bieten ist sehr groß: K1, Muay Thai etc. Alles Sportarten, die sehr respektabel sind, aber andere Zielsetzungen haben.

4. Der für mich wichtigste Punkt ist aber ein ganz anderer, der tief aus der „Seele des Savate" kommt. Savate war eine Straßenkampfdisziplin, mit der man dem gemeinen Straßenschläger weit überlegen war. Man konnte ihn berühren ohne berührt zu werden. Mann konnte ihn regelrecht „vorführen" um seine Überlegenheit zu beweisen.

Genau darum geht es im Assaut meiner Meinung nach: Je leichter man den Mitspieler berührt und zwar überall da wo man will, desto überlegener ist man physisch wie mental. Wenn man dann noch in der Lage ist diesen Plan weiter auszuführen, obwohl der Partner vielleicht einmal unabsichtlich über die Strenge geschlagen hat, dann ist man auch charakterlich weit vorne. Man übt sich sportlich und hat gleichzeitig die besten ethischen Seiten des Sport auf seiner Seite. Erwachsene können so viel über sich selbst erfahren (cogito meum) und Jugendliche reifen zu Persönlichkeiten heran, die es nicht nötig haben zu schummeln oder Schlimmeres, weil sie wissen: Solange sie den Plan verfolgen und durchhalten, solange gewinnen sie!!!

Á bientot

Robert