Im März 2007 las ich im ’’Extra Tipp’’ , dass Herr Robert Fuhr ein Kampfsystem vorstellte, welches ich bis dato nicht kannte. –Kenpo-
Er wollte eine spezielle Liga gründen.
Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman, für Männer ab 45 Jahren.

Vom Foto aus der Zeitung war Herr Fuhr mir aus den 80-ern bekannt, damals sahen wir uns öfters in einem Fitnessstudio.
Er war ein durchtrainierter Sportler, der zur damaligen Zeit mit seinen „exotischen Übungen“ im Studio auffiel!
Na, klasse dachte ich zunächst, den konntest du schon damals nicht leiden. „Er mich übrigens auch nicht.“
Was soll’s dachte ich und rief Herrn Fuhr kurzerhand an.

Am Telefon erzählte er mir etwas über die hawaiianische Kampfkunst ‚Kenpo’ und sein Vorhaben „die Gründung der Liga“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie etwas von Kenpo gehört.
Ich bekam direkt das Angebot kostenlos 14 Tage bei der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ mit zu trainieren.
Mich hatte es schon immer fasziniert, wie man mit wenig Kraftaufwand und nur mit Technik auch größere und schwerere Menschen bezwingen kann.

Also trafen wir uns zum ersten Training mit etwa 18 weiteren Männern von dem der älteste Schüler 78 Jahre alt war. Im Übrigen hat sich bis auf wenige Ausnahmen der Stamm bis Heute nicht geändert.
Im Gegenteil! Es wurde schon im Jahr 2008 eine weitere Liga gegründet, da die Gruppe ständig größer wurde und Robert die Qualität der Kurse nicht durch mehr Masse verschlechtern wollte.
Die Trainingseinheiten haben mich von Anfang an begeistert!!
Durch Schnelligkeit  und Technik einen Gegner im Bruchteil von Sekunden kampfunfähig zu machen, dass war es. Dies perfekt zu beherrschen ist eine Lebensaufgabe.

Wo stehe ich heute?

Ich versuche heute so oft wie möglich am Kenpo Training teilzunehmen.
Körperlich fühle ich mich topfit.
Mental habe ich mich verbessert.
Ich habe eine positivere Einstellung zum Leben bekommen.
Außerdem bin ich  davon überzeugt, dass ich weiß, was ich zu tun habe, falls ich angegriffen werde.

Es gibt aber noch etwas über Kenpo und Cogito-Meum (d.h. Ich erkenne mich) zu berichten.

Vor drei Jahren litt ich unter einer teuflischen Krankheit, bedingt durch meine private Situation.
Die Krankheit nennt sich Depression.
Wegen dieser Krankheit hat sich vor wenigen Wochen eine bekannte Persönlichkeit das Leben genommen.
Ich bin einen anderen Weg gegangen. Ich habe meine Krankheit selbst erkannt und mich in einer Fachklinik behandeln lassen.
Über neun Monate hat man mich aus dem ‚Verkehr’ gezogen.

Was hat das jetzt mit Kenpo zu tun?

Wie in vielen Dingen des Lebens muss man das Erlernte in die Praxis erst einmal umsetzen und festigen.
Nach dieser Krankenzeit bin ich zur Liga der Gentlemen gekommen. Durch das regelmäßige Training mit Robert Fuhr habe ich mich mehrmals selber erkannt.
Ich habe gelernt, dass ich nicht nur die Fähigkeit habe meine Gesundheit zu verteidigen, sondern auch erkenne, dass die Welt so ist, wie du sie siehst.

Leben heißt: Glücklich sein mit dem was du tust und die Erkenntnis „das du eine Welle nicht brechen, sondern nur auf ihr reiten kannst“.

In einer Trainingseinheit sollte mich ein Sportkamerad mit einem rechten roundhouse kick angreifen.
Meine Aufgabe war es, als der Kick kam, meinen Körper aus dem Kick zu bringen und zur Sicherheit einen Universal Block zu setzen.
Meinen Körper konnte ich gut aus der Trittlinie raus bringen, jedoch hatte ich den „Sicherheitsblock2 ein wenig schlampig gesetzt.

Obwohl ich von meinem Gegner nicht getroffen wurde und ich ihn wirkungsvoll außer Gefecht gesetzt habe, habe ich mich so sehr über meinen unsauber gesetzten Block geärgert, dass ich fluchend zu meiner Ausgangsposition zurück bin.
Robert Fuhr bekam das mit (ihm entgeht nichts!!!) und so musste ich mir folgendes anhören: „Norbert, was philosophierst du hier rum, es ist doch nichts passiert. Vorbei ist vorbei, auf zum nächsten.“
O Gott, dachte ich, was für Worte. Wie im richtigen Leben!
Eben Cogito-Meum – Ich erkenne mich.
Und Ich habe mich im Kenpo schon des öfteren erkannt.

Ich würde mich freuen, wenn weitere Kameraden zu uns kommen. Noch etwas macht mich stolz, das sich in meinem hohen Alter zwischen mir und Robert eine echte, intensive Freundschaft entwickelt hat, die mein Leben bereichert.
Ich glaube wir können uns auf einander verlassen und sind für einander da.

Ich bin mächtig stolz darauf das ich einer seiner Schüler sein darf.

Norbert