FAQs

 

Was ist Kenpo (Karate und wie funktioniert es)?


Kenpo ist schwer zu beschreiben; man kann aber beschreiben, wie es funktioniert: Es ist eine Kombination aus alten Kampftechniken und wissenschaftlichen Erkenntnissen, ein fließendes Spiel aus Aktion und Reaktion. Jede Bewegung löst eine Reaktion bei dem Gegner aus; diese Reaktion löst die nächste Bewegung aus und so kann jede Abwehr ein Schlag, und jeder Schlag eine Abwehr sein.

 

Wie komplex ist Kenpo?

Mr. Parker hatte sich als erster in den Kampfkünsten dem „Warum“ gewidmet, und sich nicht auf das „Wie“ beschränkt. Er hat Kenpo zu einem System mit mathematischem, physikalischem und biologischem Hintergrund gemacht.

Wir unterrichten Kenpo in Sektionen, die den Trainingsmöglichkeiten der Ausübenden entsprechen. ALLE diese Bereiche basieren aufeinander, stehen in direktem Zusammenhang mit den Grundideen von Mr. Parker und seinen Lehren, und unterstützen die ursprünglichen Gedanken des Kenpo.

So basiert Kenpo auf einer Vielfalt von Prinzipien, die sich eigentlich nie ändern. Dieser Bereich macht Kenpo zu der wohl effektivsten Selbstverteidigung, die es bis dato gegeben hat.
Zu der Entwicklung der Selbstverteidigung setzte Mr. Parker jedoch noch ein höheres Ziel, die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit. So soll Kenpo auch den Menschen in seiner persönlichen Entwicklung formen, aufbauen, unterstützen und ihn auf eine höhere Eben transferieren. Dies war und ist das höchste Ziel im Kenpo. Erreicht man dies, erreicht man gleichzeitig die hohe Stufe der Selbstverteidigung. Erreicht man jedoch die Stufe der hohen Selbstverteidigung hat man noch lange nicht die hohe Stufe des Seins erreicht (siehe auch Erinnerungen). Kurz vor seinem Tod vollendete Mr. Parker die Dreharbeiten zu dem Film „The Perfect Weapon“, in denen er unter anderem für die Regie und Choreographie der Kampfszenen verantwortlich war. Hier wurde zur Erklärung der hohen Stufe des Kenpo auch folgende Aussage gemacht. „Kenpo kann die tödlichste aller Kampfkünste sein. Um die Kraft von Kenpo zu beherrschen, musst Du zuerst Dich beherrschen. Trainiere Deinen Geist, so wie Du Deinen Körper trainierst, entwickle innere Kräfte, Gleichgewicht und Harmonie, die Du gelernt hast. Ein Meister in Kenpo ist mehr als ein Experte in Karate, er ist ein Kampfkünstler, er ist der Meister über sich selbst.

Kenpo ist aber noch viel mehr, weil das System „tiefer“ ist, als man annehmen könnte. Die Technik kratzt nur die Oberfläche an. Dahinter verbirgt sich sehr viel mehr: Varianten, durchdachte Strategien und ganze Systeme/Techniken, die sich teilweise schon mit dem Namen andeuten.

Die Schüler wundern sich oft, dass eine einzige Technik in einer Stunde nicht 2 mal gleich gemacht wird und es trotzdem immer noch die gleiche Technik ist.

Zur Erschließung des Ganzen braucht man mehr. Man muss andere Systeme erlernen um es zu erkennen, und das bezieht sich nicht nur auf Kampfsysteme, sondern auch auf ganz andere wissenschaftliche Felder, die man sich erobern muss (siehe Crosstraining). Nur so versteht man die Komplexität des Kenpo.

 

Gibt es eine Philosophie hinter dem Offensichtlichen?

Ganz sicher, denn jede Technik transportiert diese Philosophie (siehe auch mein Buch: Von Kenpo und Descartes).

Jede Technik will uns etwas sagen, das sich nicht auf den Kampf alleine bezieht, sondern auf das Leben an sich und wichtiger noch, wie man das Leben bewältigen kann. Die Philosophie heißt Huna und kommt, wie sollte es anders sein, von Hawaii!

Ed Parkers Spitzname war übrigens „The Great Kahuna“ (Kahuna= eine Art hawaiianischer Priester, der der Wissensträger dieser Philosophie war).

 

Ist Kenpo (Karate) ein amerikanisches System und ist es die erste amerikanische Martial Art?

Diese Frage geistert durch die (Nicht-)Fachwelt und ist eigentlich müßig, da Hawaii zu den vereinigten Staaten von Amerika gehört. Sich solch`„profunden Erkenntnissen“ zu widmen (ob oder ob nicht!) entspricht nicht dem CM–Kenpo, denn es ist die Zeit nicht wert, außer natürlich, wenn man zum Kenpo nichts anderes beizutragen hat.

 

Ed Parker war Hawaiianer, ebenso wie Tino Tuilosega und Danny Emperado; sie alle haben Kampfkunstsysteme auf Hawaii zur fast gleichen Zeit entwickelt. Allerdings sind weder Kenpo, noch Lima Lama, noch Kajunkenbo die ersten amerikanischen Kampfsysteme. Es hat zwar nicht wirklich eine Bedeutung, aber um  der Diskussion endlich ein Ende zu machen, kommen hier die Fakten:

 

Zitat Wikipedia: Kenpo Karate:

„Ed Parker initially called his art Kenpo Karate. He started teaching other Hawaiian Islanders attending Brigham Young University in Provo, Utah in 1954. By 1956, he was teaching commercially in Provo.[7] Late in 1956, he opened a studio in Pasadena.[10]. He published a book about his early system in 1960.[6] This has been characterized    as having a very Japanese influence, including the use of linear and circular movements, "focused" techniques and jujutsu-style locks, holds, and throws. Ed Parker's Kenpo techniques were modifications of the techniques taught by William Chow, combined with modifications that incorporated moves from Boxing, Judo, and Lua.“

 

Kajukenbo wurde aber lt. Wikipedia schon 1947 gegründet.

Die ersten „amerikanischen Kampfsysteme“ (s.o.) sind aber noch viel älter, denn lange vorher haben bereits die Hawaiianer eine große Vielfalt an Kampfsystemen ausgeübt (siehe auch das CM-purple belt Manual), die von den ersten Missionaren auf Hawaii genau beschrieben wurden. Ganz zu schweigen von den Kampfsystemen der südamerikanischen Völker und der nordamerikanischen Indianer, deren Künste im Kugelhagel der Spanier und Amerikaner untergingen.

Viele Kampfsportarten allerdings, die man heute fälschlicherweise den USA zuschreibt, sind nicht  amerikanisch. Der Auffassung des Autors nach, übte man lange vorher in Europa und Asien aus, wie z.B. Kickboxen ebenso wie Boxen (Engl. Boxen, franz. Savate, Muay Thai). CM Kenpo ist - wie so oft - einfach präziser und nennt Kenpo dem Ursprung nach hawaiianisch.

 

Was ist Kenpo dann?

Ed Parkers Ziel war es, die asiatischen, seine eigenen Künste und sicherlich die anderen nicht-europäischen Stilarten dem „westlichen Menschentypus“ anzupassen (Lua hat er laut seinem Sohn und Mike Pick ebenfalls trainiert und wir erinnern uns, dass Ed Parker ein sehr guter Boxer und 5ter Dan Judo war); so steht es jedenfalls in vielen Interviews und Büchern.

Ich denke eigentlich, dass er eine solche Unterscheidung nicht machte, weil sie seinem Menschenbild so gar nicht entsprach und zu wenig feinsinnig war. Was wäre mit den Afro-Amerikanern gewesen, mit den Native Americans, zu denen auch er gehörte, und den Asiaten, die sich auf Hawaii und in den gesamten USA so zahlreich angesiedelt haben? Hätte Ed Parker sie vom Kenpo ausgeschlossen? Dieser Gedanke verbietet sich vollkommen.

Er war vielmehr in der Lage, Kenpo jedem Individuum so anzupassen, dass es für ihn stimmte, egal welche Rasse, Religion oder kulturellem Hintergrund er angehörte.

 

Nach dem Eingangssatz dieses Kapitels - und frei nach Ed Parker - kann man heute mit Fug und Recht sagen, dass es ein europäisches Kenpo gibt, und CM-Kenpo das erste europäische Kenpo-System ist. Sind wir damit näher am Meister, als diejenigen, die immer nur nachzuahmen versuchen, was der Meister vorgemacht hat? Ich denke schon! Nachfolgende Generationen werden das zu beurteilen haben.

 

Wieso ist CM-Kenpo das erste europäische Kenpo?

Diese Frage ist leicht zu beantworten.

Vorweg jedoch eines: Wir achten die Gründerväter des Kenpo und allen voran den Hawaiianer Ed Parker. Deswegen auch der Zusatz des hawaiianischen Kenpo. Chow war chinesischen Ursprungs, Mitose war Japaner, die Lua Lehrer Ed Parkers waren Hawaiianer, sie alle hatten eben gemeinsam, dass sie auf Hawaii lebten und Kenpo dort entwickelt haben.

Der Unterschied:

 

1.

CM-Kenpo sieht die Techniken der Manuals von Ed Parker als Ideen an; was bedeuten die Angriffe, welche Varianten können auf welcher Ebene und welchen Prinzipien entstehen.

 

2.

CM-Kenpo bezieht Neues ins Kenpo mit ein wie z.B. andere Systeme, es beschäftigt sich mit medizinischen Disziplinen oder neuen sportlichen Methoden, um die Kunst nach vorne zu bringen.

 

3.

Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse betritt CM-Kenpo neue Pfade:

Crosstraining im „Haus der exklusiven Kampfkünste“; Fitness-Training nach den modernsten Methoden, die die Wissenschaft kennt, und das Erstellen neuer Manuals in deutscher Sprache nach dem „State of the Art.“

 

4.

Im CM-Kenpo werden Gürtel erkämpft.

 

Wie trifft CM–Kenpo wichtige Entscheidungen in Bezug auf Kenpo?

Bei den meisten Dingen, die es im Kenpo zu entscheiden gibt und die ihrer Logik nach nicht eindeutig sind, stelle ich mir die Frage, was denn wohl          der Meister getan hätte, und handele danach so gut ich eben kann. Wenn mich dann die gleiche Art der Zustimmung erreicht, die der Meister hatte oder auch die gleiche Anfeindung, so weiß ich, das ich mit der Entscheidung recht hatte.

Wenn man mir also vorwirft, ich solle mich nicht auf den Meister berufen, indem was ich tue, sehe ich Ed Parker wie man ihm vorwirft, er solle sich nicht auf die Tradition seiner Meister berufen (er mache kein pures Kenpo) und sich nicht darauf berufen, Kenpo zu machen. Seine Antwort war: “When pure knuckles meet pure flesh, you cannot get any purer than that!“

In dem Interview, das man auf Youtube einsehen kann, wirkte es fast wie eine Drohung (-: Jedenfalls schwieg der Rest der Anwesenden.

 

Wer hat Kenpo gegründet?

Da gibt es keinen Zweifel: Ed Parker! Er hat es aus Stilen zusammen gefasst, die man heute oftmals nicht mehr wahrhaben will. Ed Parker war ein guter Boxer und 5ter Dan Judo, wenn man den Internet-Quellen Glauben schenken darf. Sein Sohn schrieb mir, dass der Meister Lua trainiert habe und er selbst sagte es mir in einem persönlichen Gespräch. Mike Pick unterrichtet sogar eine frühe Form des Kenpo, die auf Lua basiert, militärähnliche Sondereinheiten der US Streitkräfte. Earl Montague, einer der wirklichen Tai Chi Experten, die auch damit kämpfen können, erzählte, wie er mit Ed Parker auf seiner Terrasse Tai Chi und Ba Gua trainiert habe und Danny Inosanto wurde von Ed Parker überzeugt, mit Escrima zu beginnen aufgrund profunder Argumente. Was soll man daraus und der Tatsache folgern, dass Danny Emperado sein Mitschüler bei Prof. Chow war? Wenn man etwas mehr kann, als nur Kenpo, sieht man die Zusammenhänge in  den Techniken mit den philippinischen Kampfkünsten. Garantiert habe ich einige Kampfkünste vergessen und andere, die dieses Genie ausgeübt hat, sind mir und anderen gar nicht bekannt.

Sicher ist aber eines: Ed Parker hat 24 Stunden am Tag die Kampfkunst, die er Kenpo nannte, gelebt, er hat sie geatmet und nach wissenschaftlichen Kriterien verbessert.

 

Warum sagt man bei Cogito Meum nur „Kenpo“ statt „Kenpo Karate?“

Einer der Gründerväter des Kenpo, James Mitose, mit dem Ed Parker in einem regen Austausch stand, nannte es sogar Kenpo Jiu Jitsu. Somit ist alles, was man benutzt nur ein Wort, aber Mitose fand heraus, dass die sehr wirksamen Bodenkampf-, Wurf -und Grappling-Techniken im Krieg nicht wirklich funktionierten. Man brauchte einfach zu viel Zeit, in der man von anderen getötet werden konnte. Er entschied sich, die Schläge und Tritte dementsprechend auszubauen.

Ed Parker fand das Wort Karate dafür als Beschreibung, was sicher damals sehr sinnvoll war, und außerdem war Karate schon etwas bekannt in den Medien, so dass man darauf aufbauen konnte.

Eigentlich ist Kenpo aber kein Karate und im CM–Kenpo lehren wir die Techniken in den Varianten so, dass man auch wieder das grappeln lernt, dass man mit Waffen umzugehen lernt usw usw usw. Dazu stehen uns Experten, auch aus anderen Systemen, zur Verfügung. Wir sind schließlich nicht im Krieg und mit einem gut gesicherten Gegner kann man auch schon einmal „über Frieden diskutieren.“

 

Will CM–Kenpo das Kenpo generell verbessern?

Ja, ganz sicher! Genauso sicher wie Ed Parker es wollte und jeder Kenpoist, der auch nur einen „Schuss Pulver“ wert ist; allerdings sollte man sich auf Frustrationen gefasst machen, denn mir ist es in den Jahren seit 1979 nicht gelungen!! Ich stelle heute wie damals alles frech in Frage und lande immer wieder auf dem Boden der Realitäten. Ed Parker war ein Genie und je tiefer ich in die Wissenschaften (oder in die Wissenschaft, die wir Kenpo nennen) eindringen, je mehr Fragen ich beantworte, desto mehr Fragen werfe ich auf, wie: Woher hat dieser Mann das gewusst? Wie hat er das erkannt? Wie konnte er das kombinieren und welchen Hintergrund/Tiefgang oder Sublevel hat das System noch? Ich denke, dass das niemals enden wird und trotzdem lasse ich mich nicht entmutigen. 

 

Ganz sicher bin ich allerdings, dass ich die Trainingsmethodik wesentlich verbessert habe, womit Schüler schneller, effektiver, gesünder und mit mehr Spaß arbeiten. Die Sichtweisen sind vielseitiger und die Schulung der Lehrer bezieht sich nicht nur mehr auf das Beherrschen der Technik, sondern auf  einer Didaktik als Hilfe zum Vermitteln von Wissen.

Dies passiert dadurch, dass die Lehrwissenschaften sich eben weiterentwickeln und man die Augen aufhalten muss um zu erkennen und zu vermitteln, s.o.

 

 

Was unterscheidet CM-Kenpo von den anderen Kenpo Stilrichtungen?

Sehr, sehr viel und täglich mehr. Ich fühle mich Ed Parker, seinem Auftrag  und seiner Lehre verpflichtet. Es ist zu meinem Lebensziel geworden.

Während man anderenorts darüber philosophiert, ob Ed Parker Hawaiianer oder Amerikaner war (ich vermute, dass man beides sein kann(-:), war er ganz sicher ein Demokrat, und Demokratie bedeutet, dass keiner über dem Gesetz steht oder über den Regeln, die alle einmal unter dem Meister akzeptiert haben. Das versteht man auch unter „Ehre“ (Def. aus Wikipedia: „Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit (einer Person), sie kann jemandem als Mitglied eines Kollektivs zuerkannt werden; sie kann aber auch (etwa durch die Nobilitierung oder eine Ordensverleihung) vom dazu Berechtigten zugesprochen werden“).

So gesehen verdient jeder die Ehre des Kollektivs, dem er angehört. Das Kollektiv, das aber seine eigenen Regeln nicht mehr befolgt und schon gar nicht die Regeln, die der Meister aufgestellt hat, ist zum Scheitern verurteilt, weil es sich selbst untreu wird.

Deshalb ist im CM-Kenpo das regelmäßige Training und im Anschluss daran die Prüfung von Schwarz- bis zum Weißgurt unerlässlich.

 

Meiner Meinung nach entehrt man den Meister, seine Kunst und all die, die Prüfungen mit Schweiß und Wissen abgelegt haben in allen Generationen aller Schulen, wenn dieser Weg nicht eingehalten wird. Respekt vor seinen Schülern muss man sich täglich neu verdienen; man kann ihn nicht einfach fordern.

 

 

Warum habe ich den Weg gewählt Kenpo, CM-Kenpo zu nennen?

Eigentlich hatte ich das nie vor, bis zu dem Tag, an dem ein so genannter Meister mir vorhielt, dass ich mich weit von ihm und seinem Kenpo entfernt hätte und ich solle mich auch nicht mehr auf Ed Parker berufen.

Auf den ersten Teil des Satzes bin ich sehr stolz und nehme es gerne an, denn nichts ist so wahr wie das.

Das Recht, sich auf Ed Parker zu berufen, kann und lasse ich mir nicht absprechen; die Richtlinien, die der Meister aufgestellt hat, sind für mich und CM-Kenpo heilig!

Ed Parker hat einmal gesagt : „Es hat keine Bedeutung wie lange man dabei ist, sondern wie viel man trainiert hat (in der Zeit)“!

Dies gilt für Techniken, für die thesis und für alle Formen.

 

Muss man sich um Kenpo Sorgen machen?

Es gibt eine Krankheit, die sich seit Jahrhunderten durch die Kampfkünste zieht (kein Kenpo-Phänomen!!!) und für die nur ganz Wenige ein Heilmittel gefunden haben. Dieses Heilmittel können allerdings nur wenige anwenden, weil es zu aufwendig und zu harte Arbeit ist. Vor allen Dingen aber muss man Prestige-Denken und die Pseudo-Welt, die es nach sich zieht, im Spind lassen. Das gilt auch für obskure Vorstellungen von Ego.

Kommen wir zur Krankheit: Ein Meister gibt nicht sein ganzes Wissen weiter weil er befürchtet, dass der Schüler ihn überholt, oder - wie es in Ed Parkers Fall war -, sehr viele gar nicht begriffen haben, was er alles an Konzepten mit sich trug.

Tatsache ist aber, dass einer dieser Leute einen schwarzen Gürtel bekommt mit weniger Wissen als der Meister, das er wiederum weitergibt an einen Schüler, der auch nicht alles versteht und seinen Schwarzgurt bekommt usw. So geht eine phantastische Kampfkunst von Generation zu Generation dem Untergang entgegen. Wenn dann noch Strömungen dazu kommen wie Versportlichung (wir machen nur noch Wettkämpfe) oder nur noch der Gesundheitsaspekt interessiert, dann entwickelt man sich von einer „Martial Art“ zu einer „Partial Art“

 

Wie kommt man aus dem Dilemma heraus?

Dian Tanaka, eine sehr berühmte Frau in der Kenpo Szene, ging zu den Meistern von Ed Parker und wollte sie ansprechen. Bevor sie etwas sagen konnte brachte ein alter chinesischer Meister die Sache auf den Punkt:“Du bist Dian Tanaka und machst Kenpo, nicht wahr?“

Dian sagte nur :“JA!“ Der Meister stand auf, sah ihr in die Augen und fragte dann:“ Warum denn nur Kenpo, Dian?“. Dann ging er fort. Danach hatten wir einen email-Austausch, welche Kampfkunst denn noch sinnvoll sei.

 

Die Lösung liegt im Crosstraining, mit dem sich der Lehrer ständig verbessern und auch niemals befürchten muss, Geheimnisse preis zu geben, die gegen ihn verwandt werden. Je mehr ich preisgebe, desto mehr zwinge ich mich, mich weiter zu entwickeln. Damit lebt die Kunst, damit beginnt die Forschung, damit stoppt man die Degeneration.

 

Siehe auch:http://www.kenpo-mg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=24&Itemid=40

 

Dies bedeutet auch, dass Kenpoist`s Forscher sind, und wer es nicht glauben will, sollte die alten IKKA Richtlinien zur Hand nehmen, die vorschreiben, dass zum ersten und zum 5ten Dan sogar eine wissenschaftliche Arbeit gemacht werden muss; eine Art „Doktorarbeit“, die man thesis nennt.

Im CM-Kenpo gilt das sogar in verstärkter Form, d.h. zu jedem Blackbelt wird eine solche Arbeit geschrieben.

 

Gibt es Dan Grade im CM-Kenpo?

Nein!!!! Es gibt etwas Besseres: „Grades of Knowledge“, die man nicht verliehen bekommt, sondern sich nur mit Leistung erkämpfen kann (jeder nach seiner Leistung und seinen Möglichkeiten). Jeder Grad beschreibt eine Fähigkeit und drückt sich (nach der Prüfung!) in einer Welle auf dem Gürtel aus (nicht Streifen, Balken oder sonstiges); nur dezente Wellen, denn nicht der Gürtel soll beeindrucken, sondern die Person und ihre Fähigkeiten.

Jede Welle hat einen Namen in lateinischer Sprache mit dem entsprechenden Bezug zu unseren Wissenschaften und einer tieferen Bedeutung:

 

Porta = Das Tor

Instrumentum = Das Werkzeug

Fundus = der Boden

Nexus = die Verbindung.

 

Es gibt 9 dieser Wellen ab dem Schwarzgurt; die 10te Welle ist Gott vorbehalten (jede Welle wird erarbeitet, keine wird verliehen).

 

Die erste Stufe beinhaltet alle Prüfungskriterien der alten IKKA – Richtlinien, nach denen ich selbst von Ed Parker geprüft worden bin plus einiges mehr an Flow Drills, Free Style, Wissen über Mechanik und Aufbau des Körpers sowie den Beweis der didaktischen Fähigkeiten.

Eine Demonstration der Kraft, der Geschwindigkeit und „des Auges“ sowie die Fähigkeit von verschiedenen (Kampf-) Genres in andere zu wechseln sowie eine thesis ist einzureichen für jede Welle. Auf jeden Teil der bestandenen Prüfung kann und muss man stolz sein. Einen Gürtel so zu erringen in jeder UNDA- (lat. Welle) Klasse und jeder nach SEINEN Fähigkeiten macht stolz und lässt andere glaubwürdig diesem Beispiel/Ideal folgen.

 

Wie erlangt der CM-Lehrer „seine Wellen“?

Nur durch Erlangung weiterer Fähigkeiten in verschieden Systemen und Zielsetzungen, die sich daraus ergeben, kann man weiter kommen und die CM-Wellen erlangen.

Dem CM-Lehrer wird auferlegt, für jede weitere Trainerlizenz (nicht jedes System hat Schwarzgurte, aber ähnlich geartete Unterteilungen!) einer veritablen Organisation im CM-Kenpo–System, eine weitere Stufe zu erkämpfen, die nichts über die Rangfolge sondern nur über den Wissensstand aussagt. Dieser Gürtel wird nur zu Prüfungen oder besonderen Gelegenheiten getragen (ansonsten nur der Schwarzgurt).

Wenn die Schüler nur noch an dem Gürtel erkennen, wer man ist und nicht mehr an dem, was man zu leisten im Stande ist in Wort und Tat, dann ist der Zeitpunkt des Abtretens weit überschritten.

 

Wie sind die Wellen (Grades of Knowledge) aufgebaut?

Die englische Version steht zu Ehren des Meisters Ed Parker, immer gleichbedeutend neben der lateinischen Form. Lateinisch wurde gewählt, als erste Wissenschaftssprache Europas, die so gut wie alle Teile und Gebiete umfasste. Sie sagt viel über Europa aus und es war Ed Parkers Wille, dass sich Kenpo dem Land und seiner Bevölkerung anpassen sollte; die lateinische Sprache ist ein Sinnbild dafür.

Die hawaiianische Sprache zu wählen wäre sehr schön gewesen, aber es scheint mir wenig authentisch dies zu tun, habe ich diese Sprache doch nie erlernt.

Es handelt sich nur um Ausdrücke des Wissens und nicht um Einstufungen in Ränge der Privilegien, der Rangfolge oder des Egos.

 

 

Gradus de Consensio

Grades of Knowledge

 

Unda = Wave = Welle

 

1st grade

=  initium novum

= Begin = Anfang

2nd grade

= porta et immissio

= Door and Entrance =

   Tor und Einlass

3rd grade

= instrumentum

= Tool =Werkzeug

4th grade

= ferrimentum

= Blade = Klingenwaffe

5th grade

= fundus

= Ground = Boden

6th grade

= NEXUS

= Connection = Verbindung

7th grade

= comprehensum

= comprehension =

  Verständnis

8th grade

= Libertas

= Liberty = Freiheit

9th grade

= Pax

= Peace = Frieden

10th grade

= Deus

= God = Gott

                             

Der Titel „DEUS“ ist nicht erreichbar, und weist darauf hin, dass es immer eine höhere Macht gibt.

 

 

Wird bei CM noch Ed Parker`s Kenpo unterrichtet?

 

1.

Niemand hat jemals Ed Parker`s Kenpo gemacht außer Ed Parker selbst und

 

2.

„Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.“ F. Truffot

 

 

Obwohl ich mich an die Maximen des Kenpo halte, die Gesetzmäßigkeiten ständig neu erforsche und mich daran halte (was sollte man auch sonst tun, da sie jede Körperbewegung optimal beschreiben), hängt jeden Tag mein Kenpo von der Tagesverfassung ab.

Habe ich gestern Savate gemacht, sind meine Meidbewegungen etwas größer oder ich machte Kenpo so, dass es darauf abzielt, den Angriffen eines Savatiers, FMA, MMA oder BJJ zu entkommen und zu kontern.

Dennoch glaube ich fest, dass ich mich strenger an das System Ed Parkers halte.

 

Gibt es Titel im CM-Kenpo?

Darüber mache ich mir als letztes Gedanken, aber wenn, dann eben Trainer oder Coach oder Instructor finde ich ganz nett (-:

Titel sind etwas für die, die nichts zu sagen haben.

 

Warum gehört CM keinem großen Verband an?

Das hat etwas mit der Philosophie Ed Parkers zu tun – denke ich. Er hat einmal zu mir gesagt, dass man nicht erwarten kann, dass jemand gut kämpfen kann, bloß weil er aus Asien kommt.

Wieso sollte man erwarten, dass jemand Kenpo beherrscht, bloß weil er aus den USA kommt? Das gleiche gilt für diejenigen, die sagen mit Ed Parker trainiert zu haben und dies als Qualitätskriterium darstellen. Ob jemand wirklich etwas kann wird die Zukunft zeigen und dann kann er es bestimmt nicht nur, weil er Ed Parker ein paar Mal gesehen hat und dies gilt insbesondere auch für mich.

 

Wer hat die meisten Kenpo-Schüler in Deutschland?

Ich habe keine Ahnung und wer sagt, er hätte sie, lügt. In Berlin scheint es eine sehr große Gruppe zu geben ebenso in Süddeutschland.

Und wem soll dieses Wissen dienen? Mir sind 100 glückliche Schüler lieber als 200, um die man sich nicht kümmern kann.

Die Jagd nach mehr Schülern sagt nichts aus über die Qualität der Schule.

Ganz im Gegenteil; z.B. erlaube ich mir immer den Luxus, 4 von 5 Schülern abzuweisen, weil sie nicht zu uns passen.

 

Warum bist Du nie in Foren?

Ich verschwende meine Zeit nicht mit Leuten, die ihren Namen nicht einmal nennen und unter dem Pseudonym: Wurtsi, Ronin oder Killer schreiben, meine Zeit ist mir dafür zu kostbar.

 

Wie fängt man an? Was ist der schnellste Weg zum Erfolg?

Mit guter Laune, entspannt und locker. Leistungsdruck verschlechtert das Ergebnis; Demut der Kunst gegenüber und Fleiß, bringt den schnellsten Lerneffekt.