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Eckdaten: Jahrgang 1962

Beruf: Diplom Betriebswirt

Karriere: Produkt Manager, Exportleiter Maschinenbau, Vertriebsleiter, geschäftsführender Gesellschafter Maschinenbau,Management-Trainer, Kenpo Coach, Gründer der Firma CMC, Gründer CM Kenpo, zertifizierter Kettlebell- Trainer.

Meine Kenpo- Geschichte
Ich bin Jahrgang '62 und wurde in Mönchengladbach-Rheydt geboren unweit von der Stelle, an der ich heute meine Schule habe.
Im Alter von 5 Jahren, beeinflusst durch meine Mutter, die mir immer von meinem japanischen Großvater erzählte und von meiner Grundschulzeit an einem sozialen Brennpunkt der Stadt, begann ich mit Judo.
Judo sagte mir nicht sehr zu und so wechselte ich im Laufe der Zeit zu anderen Kampfsportarten bis zum Teenager–Alter. Darunter waren Jiu Jitsu und Karate.
Mit meinen Freund Klaus fuhr ich auf meinem Moped von Viersen nach Anrath und Willich um dort alles mitzunehmen, was wir kriegen konnten.
Mein wirkliches Interesse für die Kampfkünste begann, als ich in einem Jugendprogramm einen Film sah mit einem Mann aus New York, der irgendetwas machte, was ich nicht verstand.
Selbstverständlich war das das bestimmende Thema am nächsten Tag im unserem „Jiu Club" und einer sagte, er kenne einen Mann in Schiefbahn, der so etwas mache. Es sei Kenpo Karate.

In den 80ern mit Ed Parker
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Gesagt getan, machten wir uns auf und fanden über einer alten Kneipe die Kenpo - Trainingsgruppe von Rainer Schulte und Peter Ritters, deren letzte Trainings-Tage wir in dieser Location dort miterlebten.
Wir waren vom Kenpo fasziniert, glaubten allerdings zu keinem Zeitpunkt, dass wir es schaffen könnten, so kämpfen zu können wie Rainer Schulte und seine Leute.
Es waren die 70er und wir kannten damals nur die Dinge, die in Deutschland populär waren und das war wenig. Internet und die anderen modernen Informationsmedien kannten wir nicht und Kampfsport gab es nur im Verein.
Selbst das heute so populäre Profi-Boxen fand nicht wirklich statt, wie wir es heute kennen. Die Kämpfe aus den USA nachts auf den „Öffentlich Rechtlichen" waren da immer eine Sensation.

Early days in Büderich
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Als ich mit Kenpo anfing war ich 15 Jahre alt und die Trainings im britischen Camp in Willich brachten dem Jungen sehr viel an Lebenserfahrung und es war auch der erste Kontakt mit Kenpo und den Kampfkünsten, die ich als sophisticated bezeichne.
Das war 1979 und nach anfänglich großen Erfolgen des Clubs und einigen Irrwegen (Vereinsgründungen, Hallenwechsel, Trainerwegzug oder sonstiges), wurde der Club immer kleiner.
Die Erfolge waren eine Europa Meisterschaft, bei der ich einen 3. und 1. Rang belegte und der Aufstieg des Kenpo in Europa durch die Reisen und die vorbildliche Platzierung der Seminare in Journalen durch Rainer Schulte.
Rainer Schulte reiste damals sehr viel nach Irland, England, Jersey, Spanien und Holland und er sagte immer, dass er das Kenpo nach Europa gebracht habe. Umso erstaunter war ich, als erst vor kurzem festgeschrieben wurde durch die Representanten verschiedener Organisationen, dass Herr Schulte das Kenpo lediglich nach Spanien und Deutschland gebracht hätte.
Ungeachtet dessen hat er die Clubs aus den oben genannten Ländern zu Ed Parker's IKKA gebracht.
Zu meinem grossen Bedauern ist von dieser Gefolgschaft zu Herrn Schulte nichts übrig, bis auf ein paar Mitglieder in Deutschland.

In den 80ern und 90ern half ich Rainer Schulte sein Personal für das US-Konsulat auszubilden sowie einige Stuntman. Einen Film darüber habe ich noch heute und hoffe ihn bald veröffentlichen zu können.

Aber alles war nicht annähernd so bedeutend für mich, wie der erste Besuch Ed Parkers und die Prüfung unter ihm zum purple belt. Dieses Ereignis prägt mich bis zum heutigen Tag, und seit dem Tag habe ich auch keinen Tag mehr verbracht, ohne mich mit Kenpo zu beschäftigen.

1981 kam Thomas Kozitzky hinzu, mit dem mich eine sehr lange und sehr intensive Freundschaft verband, die noch eine besondere Rolle in meinem Leben spielen sollte. Thomas wich förmlich mehr als 20 Jahre nicht mehr von meiner Seite.
Schon zu meiner Studienzeit begann ich mit dem Boxen (in meiner Heimatstadt und an der Uni Köln) und dem Thai Boxen/Kickboxen/Savate (in MG und Frankreich) unter Gert Roth, einem einzigartigen Champignon.
Auf meinen Reisen durch Frankreich (in der Schulzeit und als Praktikant eines Unternehmens/sowie als Berufsanfänger in Süddeutschland) lernte ich Savate weiter kennen, machte mir Freunde, die mir einiges beibrachten, und verstand sehr bald wie großartig dieser Sport ist.

25 Jahre später: Chassé lateral medion oder side kick in die mid section und Spaß bei der Vorbereitung.
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Ich habe bis heute das Gefühl, in einer großartigen Tradition zu stehen, wenn ich Savate mache. Sei es der Fechtergruß am Anfang oder die außergewöhnliche Bekleidung.

Mit den Kickbox/Box-Arten hörte ich nach meinen Studienabschluss als Diplom Betriebswirt auf, denn sich auf Stellen zu bewerben mit Blessuren im Gesicht war damals ein Ausschlusskriterium.
Ausserdem habe ich mich bei einer Meisterschaft so schwer verletzt, dass ich 8 Wochen ausfiel. Im Krankenhais las ich zum ersten Mal etwas über Huna und die Vertreter dieser Lehre: die Kahunas. Das Buch war übrigens von Max Freedom Long.

Das Verletzungsrisiko auf Grund des Savate war zwar gering, aber es gab weder Trainer in meiner Gegend (ausser Gerd Roth, der allerdings das Thai Boxen bevorzugte), noch sonstige Gruppen, mit denen ich hätte trainieren können.

Ca. zwei Jahre verbrachte ich nach meinem Studium in Bayern (´87 bis ´89) und kam nur an den Wochenenden zurück. In Bayern hatte ich das große Glück von Alice Kargl trainiert zu werden, und dort lernte ich alles über das Training mit Gewichten. Wie oft Alice Rekorde im Kraftdreikampf gebrochen hat, weiß nicht, und wie oft sie frei von Pharmazeutika Europameisterin wurde ist legendär.
Ich trainierte damals zusätzlich mit Thomas im Studio von Christian, der uns tun ließ, was wir wollten, wofür ich ihm heute noch dankbar bin. Er selbst unterrichtete schon lange nicht mehr regelmäßig und auch ich habe vielleicht in meinem gesamten Kenpoleben acht Stunden unter Christian mit Ihm trainiert.

Letztes Training vor dem Black Belt
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1989 war es so weit, und ich sollte den Black Belt machen unter den Augen von Ed Parker. Damals war ich schon wieder in Viersen und ich trainierte täglich. Meistens mit Thomas an Samstagen, später an Sonntagen zusätzlich und oft auch noch in der Woche. Zuerst waren wir eine kleine Gruppe, die sich dann aber auflöste und nur Thomas und ich blieben übrig.

Trainings für die Gruppen gab ich nur wenig, denn ich hatte nie vor, Trainer zu werden. Meine Ambitionen lagen im Management und die Trainings, oder besser, die Interpretation von Kenpo in den Clubs war sehr langweilig. Man arbeitet auf die Prüfungen zu und die Techniken kamen immer vom Blatt. Ein Braungurt sagte mir sogar, er könne sich mit Kenpo gar nicht verteidigen. Der Mann ist heute ein 2nd degree black belt. Ich war fassungslos.....nun die Dinge mit dem Trainer werden, kamen eben anders.
Einmal im Jahr kam jemand aus den USA und machte ein paar Technik-Varianten und das war dann das grosse Credo für die meisten. Die letzte Version war die Beste, alle anderen wurden vergessen, ja viele ärgerten sich sogar darüber, vorher etwas anderes gelernt zu haben. Ich habe es immer anders betrachtet: X Versionen für den gleichen Preis - ein „tolles Geschäft."
Ich habe sie alle behalten; da profitiere ich sehr von meinem Gedächtnis, so wie ich auch jede Einzelheit behalten habe im Zwischenmenschlichen.

Letztes Training vor Ed Parker
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Von Anfang an stand für mich fest, dass jedes CM - Training die bekannten Seminare toppen musste. Jedes CM-Seminar allerdings muss ein wirkliches highlight sein, von dem die Schüler lange zehren können. So eben wie die Seminare des Meisters waren. Weniger war unmöglich für mich.
Sicherlich ein sehr hohes Ziel, aber was wären wir, wenn wir uns keine Ziele oder zu Niedrige setzen würden.

Neben dem Kenpo hatte ich immer das Gefühl, dass es mehr gibt als Kenpo und als ich hörte, dass Ed Parker sagte, dass wir alle keine Martial Art (Kampf- oder Kriegskunst), sondern nur eine Partial Art (Teilkunst = engl. Wortspiel) betreiben würden, war es um mich geschehen.
Ich machte Kontakt zu Alfred Plath, dem Mann, mit dem ich bis heute trainiere für die FMA, trainierte eine Kung Fu Stilrichtung und versuchte alles übers Training zu erfahren, was ich konnte. Das Training mit Gewichten, Konditions- und Ausdauertraining usw.

Die Prüfung unter Ed Parker zum 1st degree black fand 1989 statt:
Wer kann sich vorstellen wie nervös jemand ist, der die Prüfung zum Black Belt unter Ed Parker als Prüfer und Roy McDonald (Christian Springer als Beisitzer) ablegen muss?
Ich war sicher nervöser.
Neulich habe ich im Netz gelesen, dass Herr Schulte angeblich auch bei der Prüfung dabei war. Das ist nicht richtig, wie die Bilder der Prüfer belegen.
Der Gürtel hat mir damals nicht soviel bedeutet wie heute, denn ich trage ihn mit Stolz, weil der 1st degree eben von Ed Parker promoted wurde. Vielmehr war es die Zeit, die ich mit dem Meister verbrachte, in denen wir Nächte diskutierten und er mich fühlen ließ, wenn ich respektlos war (im Namen der Wissenschaft und der Jugend(((-.). Es tat immer weh!)
Als er dann noch sagte, dass wir 1st class black belts seien, war das mehr als jeder Gurt hätte ausdrücken können.
An den Besuchen von Ed Parker und dessen, was er vermittelte, arbeite ich noch heute; ganz besonders an seinem Letzten.

Geschafft!
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Finishing Touch
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Circa ein Jahr nach der Promotion erlag Ed Parker einem Herzinfarkt, und uns alle traf es wie ein Schock; nein, es war ein Schock.
Führungslos, -orientierungslos, fassungslos wandten sich einige ganz vom Kenpo ab, andere trumpften groß auf.

Glückliche Zeiten!
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Jedes Jahr erschien ein neuer designierter Nachfolger Ed Parkers und bei einem Treffen auf Jersey sprach ich sehr lange mit Leilani, Ed Parkers Witwe, die mir von Schwierigkeiten erzählte, alles zusammen zu halten; gerade in Deutschland, wo es keinerlei Unterstützung mehr für sie gäbe und es seien Unregelmässigkeiten finanzieller Art aufgetreten. Ich hielt mich raus.
Auch ich tat nichts dazu, die Organisation voranzubringen, hatte weder Funktion noch wollte ich sie haben. Allerdings hatte ich ihrem Mann ein Versprechen abgegeben:
Kenpo weiter zu bringen.

More than a master of kenpo...
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Wie gesagt: Jedes Jahr kamen neue Nachfolger Ed Parkers nach Deutschland und es waren gute und schlechte dabei. Es waren sogar solche dabei, die im Vorjahr mit einem „Nachfolger" ankamen und im nächsten Jahr versuchten, den Schülern den Umgang mit ihm zu verbieten.
Es lohnt sich, einige gute Lehrer an dieser Stelle zu nennen, bei denen ich das Vergnügen hatte zu trainieren:
Dian Tanaka, Bob Liles, Skip Hancock, John Sepulveda, Gilbert Velez, Roy McDonald, Richard „Huk" Planas und viele andere mehr.

Christian Springer, RF und Huk Planas im Klingenmuseum in Solingen
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In anderen Kampfkünsten waren es der Boxtrainer Adamus, Thai- Box-Kickbox-, Savate-Legende Gert Roth, F. D'Alban im Savate, die FMA Legende Alfred Plath, der Orginal Bruce Lee Schüler Jesse Glover, Thadeu Viera, der vielfache Savate Deutsche Meister, Europa Meister Sascha Wilhelm, Jörg „Marshmellow" Lothmann, Andreas Weitzel, Michael Ryabko, Sergei Bortshov, Valentin Wassiliev, Stanislav Belochapkin u.v.a.m.

Insgesamt habe ich 38 Kampfkunstlehrer gehabt und sicher habe ich ein paar vergessen.

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Da Alfred etwas entfernt wohnte, fing ich an, bei Wolfgang Abbas zu trainieren an, der ETF - Escrima betrieb und Thomas Kozitzky folgte mir grundsätzlich ohne weitere Fragen zu stellen, die treue Seele.
Über Wolfgang kamen wir dann auch zu unseren ersten Stunden im BJJ unter Thadeau Vieira, der erstaunt war über unsere Fähigkeiten am Boden.

Er wusste nicht, dass ich Jahre zuvor bereits viel versucht hatte über Videos, Bücher und über Alfreds Buno und Dumog alles über den Bodenkampf zu erfahren. Was ich erfuhr, setzte ich beim nächsten Training so gut es ging mit Thomas um.

Als Christian Springer nach Spanien auswanderte (2003/2004 denke ich), kam ein denkwürdiger Tag auf mich zu, an den ich bis heute in Dankbarkeit denke.
Ich hatte Rainer Schulte viele Jahre nicht gesehen, um genau zu sein, seit Ed Parkers Tod im Jahre 1990 und so gab er im Rahmen eines Seminars einiges bekannt und übergab Geschenke; Ehrungen, Würdigungen an alle, die sich im Kenpo verdient gemacht hatten.
Später sagte Rainer mir, er habe sich jetzt dem Boxen gewidmet und dem BodyBuilding. Er hatte den 6ten Dan noch aus den Händen Ed Parker's erhalten und er würde niemals einen anderen, weiteren degree akzeptieren.
Ich glaube, Thomas bekam Rainers alten Black belt, Andreas Kretschmer bekam einen „Ehrenschwarzgurt" für das Erstellen der ersten Kenpo website (so habe ich es damals jedenfalls verstanden und ich habe niemals angenommen, dass er ihn im Training tragen würde. Immerhin hatte er seit den frühen 80ern kein Kenpo mehr gemacht.) und Thomas wurde Christians designierter Nachfolger in Deutschland. Auf einer Party habe ich das Ganze dann noch einmal gehört und da passierte dann auch so einiges, über das ich an der Stelle nicht berichten möchte. Sicher ist aber, dass der Traum von einer einigen, wunderbaren Kenpo-Welt damals platzte.
Ich habe ehrlich gesagt mit nichts gerechnet, war ich doch weder Lehrer noch wollte ich Leute unterrichten. Sicher hatte ich durch meine Ausbildung und die Praxis gelernt, was es bedeutete, Leute zu unterrichten und Menschen zu führen, aber ich war geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens und hatte nur Ambitionen, mein Kenpo weiter zubringen.
Dass sich meine Ausbildung im Bereich Personalwesen auf der Hochschule als Spezialisierung später als nützlich erweisen würde in Sachen Didaktik, wusste ich damals noch nicht.

Bewegender Augenblick: Ed Parker's Schwert
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Dann aber holte Herr Schulte mich bei diesem besonderen Treffen nach vorne und sagte, Ed Parker habe ihm sein Schwert 1974 zu seinem ersten Besuch übergeben mit den Worten: „Keep the flame burning!" Dies war das Zeichen dafür, dass er der Statthalter des Kenpo in Europa gewesen sei.
In einem sehr emotionalen Augenblick und nach der Schilderung der Historie, übergab er das Schwert an mich mit den Worten:

"Keep the flame burning, Robby (so nannte er mich immer)!"
Ich war und bin tief berührt von diesem Augenblick.
(Übrigens findet man im Internet eine detailliert Schilderung der Vorgänge an diesem Tag durch Brigitte Schulte, die Ehefrau von Rainer Schulte. Pikanterweise war Brigitte an diesem Tag nicht anwesend, sondern unterzog sich einer schmerzhaften Zahn-OP und widmete sich ihrer kranken Mutter. So jedenfalls sagte man mir damals.)

Kurze Zeit später wurde ich der Headinstructor Germany der CKF. Ich nannte mein Kenpo in Absprache mit Herrn Schulte, Kenpo - die hawaiianische Kampfkunst, und niemand hatte etwas dagegen. Rainer begrüßte es sogar, wie aus den emails hervorging und beanstandete es jedenfalls jahrelang nicht; auch und gerade nicht, wenn die RTL/WDR- oder sonstigen Kameras auf uns gerichtet waren. All das steht im Netz oder ist logisch nachvollziehbar. Ich empfand die Namensgebung als eine ehrliche Sache aus verschiedenen Gründen:
1.
Ed Parker war Haiwaiianer und das wollte ich würdigen
2.
Die USA hatte Hawaii unrechtmäßig annektiert und erst Bill Clinton hat sich dafür entschuldigt.
3.
Die Hawaiiner waren in den USA nicht gerade sehr gut angesehen und das über 150 Jahre. Bis heute sind die Ureinwohner arme Leute und ich wollte damit unterstreichen, wer diese besonderen Menschen sind und damit kommen wir zum Hauptgrund:
4.
Ich fand eine Verbindung zum LUA (durch ein Buch des Bishop Museums und einen email-Austausch mit Ed Parker jr. und einem Lua Instructor) und zur Philosophie des HUNA.
Hätte ich gewusst, was ich heute weiß durch Adele Tuilosega und einige andere Protagonisten der hawaiianischen Kampfkünste, hätte ich noch massiver darauf bestanden.
Es war keine große Sache für mich.

Den Ausschlag gab ein Gespräch mit Rainer Schulte. Ich hatte ihn in den WDR gebracht und den Düsseldorfer Express. Unterwegs unterhielten wir uns über viel, vor allen Dingen aber darüber, dass ich die Erfahrung gemacht habe, wie sehr Kenpo und Huna zusammenhängen würden.
Rainer schaute mich verwundert an und fragte, ob ich denn nicht wüsste, dass Ed Parker`s Spitzname „The great Kahuna" war.
Danach hatte ich keine Fragen mehr.
Ich schenkte Rainer ein Buch, und er fand selbst einige Verbindugen zwischen Kenpo und Huna.

Zum ersten Mal war RTL bei uns! Es folgte eine 2te Story zur Liga!
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Deswegen schätze ich Asiaten, noch deren Anteil an Kenpo (habe selbst asiatische Vorfahren) oder Europäer, oder andere Völker nicht geringer. Es war nur als ehrliche Geste gemeint, den Meister Ed Parker zu würdigen.
Das meine ich bis heute so!
Kurze Zeit später wurde das alles im www in Abrede gestellt (obwohl es sogar gerne für die TV Auftritte im RTL, WDR etc. genutzt, und dort nie in Abrede gestellt wurde), denn Kenpo sei amerikanisch und das einzige amerikanische System - dazu später mehr!
(Pikante Geschichte am Rande: In einen Interview mit C. Jodar im Buch „Grossmeister des amerikansichen Kenpo" (Budo International Publ.Co.) wird einer der wirklichen Großmeister des Kenpo Richard „Huk" Plans befragt, warum Mr. Parker sein System als „American Kenpo" bezeichnet hat.
Mr. Planas Antwort kann eindeutiger nicht sein, denn er sagte, er habe Ed Parker niemals „Amercian Kenpo" sagen hören, sondern nur „Hawaiian oder Polynesian Kenpo", weil es eben von Hawaii käme. Weil die Inseln von den USA annektiert wurden, hätten eben einige Leute es American genannt, aus was für Motiven auch immer, aber eben nicht Ed Parker.
Er fügte mit einem Schmunzeln hinzu, wie ich vermute, dass man Kung Fu wohl auch amerikanisch nennen würde, wenn China eine Provinz der USA wäre.
Ich mag seinen Humor!
Ich kann mich da nur anschließen. Wer es genauer wissen will, der schlage im Buch nach.
Auch Mike Pick, ein Freund der CKF, schreibt auf seiner website, er würde den Eliteeinheiten der US Marines eine Mischung aus Kenpo und Lua beibringen quasi die Urform des Kenpo).

Seminar anlässlich des RTL Besuchs!
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Noch etwas war wichtig für mich. Wie gesagt, war die Kenpo Welt nach Ed Parker führungslos, verwirrt und politisch zerstritten, und viele wandten sich ab und ließen Kenpo für 10 oder sogar 25 Jahre mehr im Stich.
Ich habe meine Orientierung nie verloren und habe Kenpo auch nie verlassen.
Ganz im Gegenteil war meine Strategie vollkommen klar:
Keine Politik im Kenpo, Weiterführung der Ideen Ed Parkers und um Himmels willen, ein realitätsnahes, kreatives Kenpo, das die Leute begeistert.

In der Giralda in Sevilla hatten wir eine Eingebung. Das Ergebnis ....
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Dieses Kenpo habe ich E.I.K.S genannt. European Integrated Kenpo System und ich verstehe es bis heute als die Weitergabe des Kenpo Codes mit verschiedenen Lernmethoden an meine Schüler.

Thomas und ich haben 22 Jahre zusammen verbracht, als Freund und Trainingspartner, und da wir so manche Schlacht zusammen geschlagen haben, war es auch kein Wunder, dass ich mich 2004 (1 Jahr nach Christians Auswanderung) auf die Seite meines Freundes stellte, als er mir erzählte, dass einer seiner Schüler, für den er am meisten getan hätte, sich vor Thomas' Gruppe gestellt und gesagt hätte, dass er Thomas als seinen Trainer nicht mehr anerkenne.
Niemand hat Thomas damals aus seiner Gruppe verteidigt, eine deprimable Situation.
Ich erinnere mich gut an diese Leute, denn es waren diejenigen, die immer weg sahen, wenn Thomas und ich an Samstagen und Sonntagen neue Dinge probierten, von denen sie noch nie etwas gesehen oder gehört hatten.
Sie saßen unten an der Theke, wenn Herr Schulte mal eines der ganz wenigen Trainings gab (er lebte bereits in den USA). Wenn man sie fragte, warum sie nicht dort seien, lachten sie hämisch und sagten, sie hätten keine Zeit.
Damit hatte keiner gerechnet und wir schon gar nicht, war doch Thomas der Nachfolger Christians in diesem Studio.
Als Thomas sagte, er wolle dort nicht mehr trainieren, habe ich mich selbstverständlich auf Thomas Seite gestellt und gesagt, dass mein Freund das nicht nötig habe.
Er solle doch in seinem Kraftsportstudio Studio in Willich nachfragen, in dem er sowieso schon trainierte, ob wir nicht dort frei an Sonntagen trainieren könnten.
Wir haben uns quasi 2003/2004 selbständig gemacht.
Wir haben dann auch bis 2007 weiter zusammen trainiert und soweit ich weiß, trainiert Thomas dort seine eigene Gruppe bis heute.

Irgendwann in den 90ern mailte mich ein alter Freund aus England an, Martin Wheeler (er schrieb Drehbücher für viele Filme und ist auch in Rollen neben Wesley Snipes zu sehen), der in die USA ausgewandert war. Er hatte Russen kennengelernt und die seien echt „schräg" drauf.
Er schrieb wörtlich:" I don't understand this, but it has to do something with motion!"

Von Links nach Rechts: RF, M. Ryabko, S. Bortchov, A. Weitzel: Ich mag die Typen einfach!
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Der erste, der die Gelegenheit hatte es zu erfahren war Wolfgang, unser Escrima Lehrer und er war beeindruckt.
Ich erzählte Thomas davon und schon ging es los.
Thomas hat nie großartig Fragen gestellt, wenn ich einen Vorschlag machte, sondern ist einfach mitgegangen, wenn ich es gut fand.
Wir haben Jahre die Seminare besucht, haben Trainings mitgemacht und was Andreas Weitzel, Michael Ryabko und Sergei Bortshov mir beibrachten, trainiere ich bis heute oder besser gesagt, das was sich daraus entwickelt hat. Ähnlich wie Kenpo ist es ein System, das sich selbst entwickelt, wenn man bereit ist darüber nachzudenken und hart zu arbeiten. Valentin Wassiliev prägte das Wort eines „positiven Virus" der sich weiterentwickelt, ist er einmal im Kopf.

Robert Im Flug mit Michael Ryabko
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Kenpo von Außen zu betrachten, brachte für das CM Kenpo erstaunliche Entwicklungen, die lange nicht abgeschlossen sind. Man kann wirklich viele Fragen für sich und die Schüler auf einen Schlag abklären, wenn man bereit ist, die Ideen und Trainingssysteme anderer Schulen zu überdenken und anzuwenden. Dafür allerdings muss man sie erst erlernen.

Traning extrem: 50 Schläge auf den Solar....einfach wegatmen (-:
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Michael Ryabko der Patriarch des Systema, rechts außen Thomas Kozitzky und Andres Weitzel
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Besonders angetan haben es mir auf diesem Gebiet die philippinischen Kampfkünste (Panantukan, Dumog, Nudda, Escrima, Kali und Arnis usw.), die russischen (Systema, ROSS) und westlichen Kampfkünste (Boxen, Savate) sowie das BJJ.

Historisch gesehen habe ich mich mit Ed Parkers Entwicklung beschäftigt und stellte fest, dass er im Boxen, dem Judo, dem Lua und in den philippinischen Kampfkünsten profunde Kenntnisse besaß. Er hat einige der großen philippinischen Meister für die USA erst entdeckt und schickte sogar Danny Inosanto los, sich mit dem Erbe seiner Vorfahren zu beschäftigen. Außerdem gab es eine Kenpo - Tai Chi Connection.
Wen das interessiert, der kann es im www recherchieren (Black Belt Magazine).

Foto aus Büderich mit Dian Tanaka und Bob Liles
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Im Jahre 2005 musste ich einen kompletten Neuanfang starten und wieder hatte ich nicht vor, Kenpo Lehrer zu werden.
Ich schuf Frauen - SV - Kurse und entwarf Programme, Texte und Flyer mit Monika. Thomas, der beste 2te Mann, wie er sich sehr gerne nennen ließ, machte als Co - Trainer mit.
Aus den Frauengruppen wurden dann gemischte Gruppen und wir „tingelten" nach Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach, um Leute zu unterrichten.
Noch immer hatte ich nicht vor, Kenpo Trainer zu werden und so baute ich den Bereich Coaching- und Managertrainings weiter aus, der bis heute besteht und Früchte trägt.
Einmal im Jahr besuchte Rainer Schulte seine deutsche Familie und machte ein Seminar bei mir. Dafür brachte ich Herrn Schulte regelmäßig in die Presse, ins TV und ins Radio/TV. Das ist übrigens alles auf www.kenpo-mg.de zu finden.

Rainer Schulte schrieb auch im Internet nur das Beste über mich und auch in seinen Referenzen drückte er nichts anderes aus. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar.
Ich schrieb meine thesis zum 5th degree (das war immer und zu allen Zeiten eine Pflicht, die wohl für einige Leute nicht mehr gilt; für die CM - Leute allerdings schon) und Rainer Schulte und die Meister in den USA waren wohl so beeindruckt, dass Rainer Schulte mir eine email schrieb, ich könne wählen, ob ich den 5th per Post haben wolle oder in einer feierlichen Verleihung in Florida.
Da mir der „Balken" nicht wichtig war, sondern weil es mir eigentlich um die thesis ging, die mir so großen Spaß gemacht hat, verzichtete ich auf die „Postvariante."
Der Titel der Thesis lautete:
Integration of Basic Technique into different levels of fighting by using the Distances and corresponding strategies according to the UP/Largo Mano

Thomas und ich auf einem der Fotos der Thesis
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Was so gewaltig klingt ist sehr einfach zu verstehen, wenn man bereit ist, den Code des Kenpo zu verstehen. Im Prinzip habe ich schon 2005 damit gearbeitet, was heute für mehr als 200 CM Kenpoists der tägliche Trainingsplan ist. Mit dieser Thesis nahm vieles seinen Anfang und das ist auch der Grund, warum eine gut gemachte thesis immer so wichtig unter der Leitung von Ed Parker war und heute bei mir ist. Wer heute so etwas nicht mehr macht, ist nicht bereit die Gemeinschaft weiterzubringen und sich zu bekennen; er sollte keinen Schwarzgurt im Kenpo tragen, wie ich finde.
Ich denke daran, meine Thesis zum 5the degree auf unserer website zu veröffentlichen.
Vor kurzem las ich im Buch von Rainer Schulte, dass ich allerdings von ihm zum 5th degree geprüft worden sei zu einem viel früheren Zeitpunkt. Dies ist unwahr aus verschiedenen Gründen, aber ganz sicher weil nur bis zum 3rd oder 4th (je nach Organisation) geprüft wurde.

Irgendwann war ich dann mitten im Thema R. Schulte, die Politik und die CKF. Ihre Repräsentanten Sean Kelly und Rainer Schulte verlangten Dinge von mir, die ich nicht machen wollte. Daraufhin verschlechterte sich das Klima zusehends und ich verzichtete irgendwo im „Dschungel der Emails" auf den 5th degree (wenn das überhaupt geht??!!).
In dieser Zeit wurden 262 Emails ausgetauscht. Man hat es sich eben von beiden Seiten nicht leicht gemacht. Zumindest was den Einsatz von Mr. Kelly anging, der unermüdlich schien.
Herr Schulte klärte das Thema für sich mit einer Email und ich glaube einer Wiederholungstaste. Ich denke Rainer hatte damals schon den 7ten Dan verliehen bekommen oder war es der 8te? Irgendwann folgte dann der 9th degree. Ich habe da die Übersicht verloren.
Sean Kelly hat selbst in 2011/2012/2013 mehrmals versucht wieder Kontakt zu mir über eine US - Kontakt - website zu machen.

2008 kamen die „alten Jungs" aus Willich und Schiefbahn wieder, die sich seit 1980 im Kenpo nicht mehr haben sehen lassen : Peter Ritters (seit 1981 hatte er kein Kenpo mehr betrieben), Wolfgang Deubner (verließ die Schule sehr schnell wieder aus Altersgründen) und Andre Kretschmer. Zuerst war ich mehr als erfreut darüber, denn Peter hat meine ersten Gehversuche als Kenpo - Schüler gestartet und das vor fast 30 Jahren (!!!!). Jetzt durfte ich sein Lehrer sein. Das war zunächst ein tolles Gefühl, etwas zurückgeben zu dürfen, aber es waren auch fast 30 Jahre ohne Kenpo für Peter. Ausserdem hatte Peter sich gerade einer schweren Operation unterzogen.

Eine der ersten regular classes!
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Daneben standen eben Männer wie Frank D. und Serge Nsilu als seine Trainingspartner, die sich in Top-Form befanden.

Harte Arbeit: Do not mess with us!
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Ich sollte Peter Ritters auf seinen Schwarzgurt vorbereiten, und das taten die Trainingspartner und ich so gut wir konnten bis zu seinem Austritt aus der Schule, der den bitteren Nachgeschmack des Moralisten hinterliess. Es muss eine sehr schwere Situation gewesen sein sich zwischen Rainer Schulte und mir zu entscheiden.
Kurze Zeit danach wurde er zum Schwarzgurt in Florida unter Rainer Schulte ernannt. Die Prüfung war eine Form auf einem Hinterhof. So schrieben sie es im www. Es entzieht sich meiner Kenntnis vollkommen wie ein Mann, der mehr als ca. 30 Jahre aus dem Rennen" war in so kurzer Zeit zum Black Belt werden kann. Das muss ich ja auch nicht verantworten.

Frank D. trainierte schon lange wieder bei mir und half wo er nur konnte beim Aufbau der Schule.
Frank kam durch mich zum Kenpo und ich durfte ihn zum Braungurt führen. Auf seine Initiative trainieren heute viele Polizisten aus der Hundertschaft bei mir. Seine Trainings sind immer ein highlight für den Club.
Gleichzeitig kam ein Mann, mit dem keiner gerechnet hat: Serge Nsilu.

Er wollte sich ebenfalls auf den Black Belt vorbereiten und hatte bereits Trainings bei einem Mann gemacht, den ich sehr schätze, John Sepulveda.
Es war Sympathie auf den ersten Blick. Serge ist ein Mann mit Humor und ein Mann, der arbeiten will und kann. Er wollte nichts geschenkt haben und mehr als jede Farbe am Gürtel interessiert(e) ihn Wissen.
Die „good old boys" existier(t)en nicht für ihn, und Vergünstigungen lehnt er ab und weiß Gott, die bekam er auch nicht von mir.
Serge ist mein erster Schwarzgurt, und zusammen mit Frank wurde er an 2 Tagen jeweils 3 Stunden geprüft.
Frank wurde zum Braungurt in einem furiosen Finale.
Da sich alle von den „good old Boys", die ich ansprach weigerten, an der Prüfung von Frank und Serge teilzunehmen, die ich aus der IKKA und CKF als Zeugen für die Prüfung eingeladen hatte (zu gross war wohl die Angst vor dem Schatten aus den USA), fand die Prüfung eben mit einer Überraschung statt.
Heute berichtet Serge mir, wie sehr ihn alle schätzen der o.g. Organisationen, wenn er deren Seminare besucht. Da hat wohl ein
deutlicher Wandel stattgefunden und der kam nur durch Leistung zustande - wie ich vermute -, oder sind es andere Motive???

Direkt neben mir ist Karl Josef „Ratzi" Ratz
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Schon weit vorher ging mein Interesse für die Konditionierung eines Kenpoisten in eine ganz andere Richtung. Das Krafttraining richte sich immer schon nach den Anforderungen eines Kämpfers, aber dennoch fehlte etwas, was die Mehrdimensionalität der Bewegung anging. Der große Traum, das Herzkreislaufsystem maximal zu fördern bei maximalem Muskelaufbau blieb ebenfalls.
Inspiriert durch die MMA Kämpfer und deren Trainingspläne, lud ich 2008 Monika und Thomas Kozitzky zu einem Seminar bei Dr. Till Sukopp ein, das alles in eine vollkommen andere Richtung brachte.
Monika ist seitdem sehr erfolgreich mit einer eigenen Kettlebellgruppe; für mich (und für Monika) aber bedeutete es, die vollkommene Neuordnung der Kräfte im Kenpo.

2009 legten Monika und ich unsere Prüfung zum zertifizierten Kettlebell-Trainer ab bei Dr. Till Sukopp. Der Rest ist auf unserer website zu finden.

Toller Typ und tolle Prüfung, Was für eine Energiebündel der Doc doch ist!
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Das eigene Studio:
Der Wunsch allerdings, eine „würdige Heimstatt" zu haben, ging von den Liga – Mitgliedern aus. Monika und ich verbrachten über eine sehr lange Strecke alle Wochenenden damit, diese Stätte zu finden und als Diplom Betriebswirt, der ich nun einmal bin, musste die Schule vielen Kriterien entsprechen. Sie musste getrennte Räume haben für viele Gruppen, sie musste einen speziellen Raum für Geräte haben, Matten, Gewichte, Kettlebells und viel Raum für Experimente usw usw usw.
2008 war es dann soweit, wir eröffneten die Schule auf der Mühlenstrasse und alle waren mehr als stolz.
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Leider ging es meinem Freund Thomas
zusehends schlechter und die meisten Trainings mussten Frank, Serge und ich machen.
Er konnte die Strecke von Willich nach MG nicht mehr fahren, so jedenfalls schrieb er es in einer Email und in mein Gästebuch.
Die Schule besuchte er einmal im „Rohbau", war aber zu schwach, zu helfen. Eine Partnerschaft mit mir auf Selbstständigkeit lehnte er ab.
Das letzte Schreiben von Thomas beschrieb diesen bedauerlichen Zustand sehr eindringlich. Sein letzter Satz war, dass er nicht mehr schreiben könne, weil ihm die Konzentration versagen würden.

Dann war ich umso erstaunter allerdings, als er zeitgleich ein Frauen SV- Seminar in Köln (wie ich von einer früheren Schülerin erfuhr!) gab oder geben wollte, Seminare in Saarbrücken und Österreich machte und wurde kurze Zeit später in Florida auf seine Leistungsfähigkeit überprüft (wie es im Internet stand) und so seinen 5th degree black belt erhielt. Er war dann übrigens der Head Instructor CKF Deutschland - habe ich gehört.
Seitdem hat er jeden Kontakt zu mir abgebrochen ohne dass ein böses Wort zwischen uns gefallen wäre.
Mittlerweile ist er wohl ebenfalls nicht mehr bei der CKF und wird, wie ich, totgeschwiegen. Die letzte Gemeinsamkeit zwischen uns; denn auch in seinem Lebenslauf tauche ich mit keinem Wort auf.
Weit vorher verließen Andreas Kretschmer und Peter Ritters meine Schule um bei Thomas zu trainieren. Zu Andreas habe ich sporadischen Kontakt, Peter Ritters allerdings verließ die Schule mit dem herben Beigeschmack des entrüsteten Moralisten.
Peter bekam den Black Belt dann ebenfalls in den USA „verliehen", wie oben beschrieben, und lenkte den Verkauf eines Buchs von Rainer Schulte in Deutschland. All das kann man übrigens ebenfalls im Internet nachlesen.
Mein alter Freund Karl - Josef, den ich aus den 80ern kenne und ebenfalls lange nicht da war, macht allerdings seine Prüfungen ohne wenn und aber. So geht es eben auch. Wir haben regelmässig Kontakt.

Frank und Serge blieben im CM Club und helfen mir bis heute der „Massen Herr" zu werden, die in die Schule strömen und lernen lernen lernen.
Sie helfen mir ebenfalls, die neue Generation von Trainern auszubilden zu denen Monika Kirsch, Elke Brocker, Marco Haack, Norbert Greggersen, Stefan Osthoff, Dr. Huschang Saidi und andere gehören. Derzeit bringen wir schon die dritte Trainergeneration nach vorne.

Parallel fing ich wieder mit dem Savate (und dem BJJ) an und derzeit trainiert eine kleine Gruppe unter Dr. Thomas Körner im CM Club Savate. Sicher werden wir die Gruppe in den nächsten Jahren weiter voranbringen. Trotzdem gilt auch dort, dass wir nicht aus den Augen verlieren wollen, nur eine spezielle Gruppe von Leuten anzuziehen. Mehr Qualität als Quantität!

Seminar in Holland mit besonderem Schwierigkeitsgrad: Jeder musste etwas lernen Weißgurte und 6th degrees BB.
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Keine Frage, dass ich weiter mit Alfred trainiere so oft ich kann.
Was ich wollte, was ich tat!
Von 2004 bis heute haben wir ca. 80 Zeitungsberichte und ungefähr 10 TV Auftritte gehabt, von den die meisten auf der website sind.
Wir gehen heute auf die 300 Mitglieder zu und das, obwohl oder weil ich die Mitglieder sehr genau auswähle.
Jedes Mitglied hat ein Recht auf ein hervorragendes Training, weswegen ich die Trainer speziell schule und deren Anregungen ins Training aufnehme. Ich denke, dass das einmalig ist im Kenpo, denn normalerweise macht jemand ab einem gewissen Gurtniveau das Training. Das war mir eindeutig zu wenig, weil das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat. Meine Ausbildung an einer Hochschule im Fachbereich Personalwesen hat mir sehr geholfen.
Gruppengröße darf und kann immer nur davon abhängen, wie viel Trainer zur Verfügung stehen.
Große Gruppen allerdings stellen für den Schüler eine eigene, besondere Qualität dar. Je mehr Körper man zur Verfügung hat, desto selbstverständlicher wächst die Qualität der Technik und das (Selbst-)Vertrauen ins Kenpo. Der große Mann ist keine Hemmschwelle mehr und die kleine Frau lernt man nicht zu unterschätzen. Das alles läuft meistens unterbewusst ab.

Ich wollte mein Kenpo eigentlich nie „CM" - Kenpo nennen, aber die Abgrenzung zu vielen anderen Clubs ist mir heute wichtiger denn je.
Die alten IKKA Regeln und Statuten gelten auch für unseren Club und ich erkenne jeden an, der seine Gürtel so errungen hat.
Allerdings hat CM den Standard deutlich erhöht!
Clubs, die öffentlich ihre dubiose Verleihungspraxis stolz im Internet darstellen, diskreditieren ihre Schüler. Sie entehren sich, die Kunst und den Meister. Schüler dieser Clubs stehen bei mir an letzter Position in der Reihe. Ich erkenne verliehene Ränge nicht an. Gehen diese Schüler aber diesen Weg, erkämpfen sie sich den Respekt wieder, den man ihnen genommen hat.
An den Ed Parker Techniken konnte ich nie etwas verbessern, und es ist gewiss nicht an meinen Versuchen gescheitert; aber die Methoden zum Training sind die entscheidende Größe zum Erfolg des Schülers - das weiß ich heute.
Die Einstellung des Schülers ist die entscheidende Größe im Leben und im Kenpo.
All das fördern wir in unserem Club, und - darüber hinaus - die Realität und nicht eine wie auch immer geartete Scheinwelt.

Mr. Hot and Mr. Cool! Liga der ersten Generation!
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Es ist für einen Trainer die unterste Basis zu erkennen, was falsch ist beim Schüler, aber genau da beginnt eigentlich erst seine Arbeit. Der Trainer muss Mittel und Wege finden, er muss Methoden ausarbeiten um dem Schüler alles zu vermitteln um ihn zu verbessern.
Heute haben wir mehr als 38 neue Methoden von den Flow Drills im Technik-Bereich bis zu den EMTs um genau das zu gewährleisten.
Die „Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen" darf nicht unerwähnt bleiben, denn gerade diese Männer 45 plus haben vieles mitbestimmt, was heute im CM Club selbstverständlich ist.
Angefangen von der tollen Atmosphäre bis hin zum Ruf des Cm Kenpo, dass es Jeder lernen kann, der es will und ein anständiger Mensch ist, hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer. Wir haben bereits die 5te Generation dieser Männer gewinnen können und es ist kein Ende absehbar.

Die Liga wie sie leibt und lebt: Spaß muss sein!
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Es ist mir ein Anliegen, auch den Bereich des Management-Trainings weiter auszubauen. Da ich weiß, dass die wahren Tugenden eines Kenpoisten gerade Diejenigen voranbringen, die Leistungsträger in unserer Gesellschaft sind oder werden wollen.
Wir leben in einer Zeit der sozialen Umstrukturierung, in der die alten Werte für viele Leute nichts mehr wert sind, in denen die Ordnung neu verteilt wird.
Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft werden oft als Schwäche gesehen und der Hang nach Sicherheit scheint die eigentliche Aufgaben des Managers zu werden.

Die Verpflichtung!
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Was wir aber brauchen sind Menschen, die es sich leisten können freundlich zu sein, weil Sie keine Angst haben in der U-Bahn, auf Bahnhöfen oder an Verhandlungstischen. Wir brauchen Menschen, die sich einmischen und ihre Meinung sagen und Manager, die erobern wollen und nicht die Dinge aussitzen wollen.
Das alles und noch viel mehr fördert Kenpo.

Robert Fuhr, Kenpoist