Kenpo und Kettlebells: Die perfekte Symbiose

Eine Grundannahme des Kenpo ist es,aus linearen Bewegungen kreis­förmige Bewegungen werden zu lassen und auskreisförmigen Bewegun­gen lineare werden zu lassen.

Warum sollte das so wichtig sein inunserem System?

Nun, es entspricht den natürlichenBewegungsmustern eines Menschen und weil wir so konstruiert sind, ist dieBewegung nach diesen Mustern nicht nur gesund, sondern sie optimiert Abläufe imKenpo und auch im sonstigen Leben.

Die Muskeln werden gleichzeitiggelockert und aufgebaut, die Gelenke werden beansprucht ohne Überbeanspruchung,Verletzungen wird vor­gebeugt (siehe Konstruktionsplan) u.v.a.m.

Hinzu kommt, dass wir uns in einerextremen Stresssituation sowieso immer den alten Mustern unseres Stammhirnszuwenden, egal wie viel wir Anderes im Training geübt haben.

Immer aber gab es auch den Wunsch desMenschen stark zu sein, weil Stärke Macht bedeutet, gutes Aussehen (meistensjedenfalls) und weil die Verteidigungsfähigkeit bei entsprechender Technik wächst.

Deshalb trainieren Kampfsportler, -Künstler und Krieger von jeher mit Gewichten von exotischen Tongefäßen bis hinzu modernen Krafttrai­ningsmaschinen.

Alle Systeme bringen etwas wie ichselbst erfahren habe, aber erst die Kettlebells bringen alles zusammen underöffnen eine neue Dimension.

Führen wir einen Vergleich durchzwischen gängigen Systemen des Krafttrainings für Kampfkunst/-sport undKettlebells.

Im Krafttraining werden lineare undzirkulare Bewegungen in Einzelab­schnitte zerlegt.

Gerade Schläge werden gerne durchBankdrücken simuliert, kreisende Armbewegungen (Haken, Schwinger etc.) desOberkörpers werden durch fliegende Bewegungen auf der Flachbank mit Gewichtenunter­stützt und Tritte wie Side-, back und Roundhouse Kicks werden durchSquats gekräftigt etc.

Vielleicht noch Hook Kick durch Übungenauf dem Beincurler und Roundhouse Kicks auf dem Beinstrecker. Die Bauchmuskelnwerden als Absorptionsmuskeln trainiert.

All das ist sicher gut und es hilft,ist aber aus folgenden Gründen nicht ausreichend:

1. Diese Übungen sprechen zwar schon größere Muskelketten an, aber sie isolieren den Oberkörper vom Unterkörper.
2. Sie sprechen nie mehr als eine Bewegungsebene in Folge an, d.h. man kann aus der Geraden (Bankdrücken) schlecht in die krei­sende Bewegung (z.B. back knuckle punch) gehen und selbst wenn, macht man es nicht in der Körperlage, in der es sinnvoll wäre. Ganz zu schweigen von den Rumpf-und Unterköpermus­keln, die am Schlag wesentlich beteiligt sind.
3. Es fehlt das Training des „Leims", der die eine Bewegung in die andere übergehen lässt. Ich würde es das Training der Steuer­muskeln nennen, die zwar keine große Muskelmasse ausmachen, aber den „Schuss" ins Ziel bringen und darauf kommt es schließ­lich an.
4. Manchmal werden Muskeln vom Athleten übertrainiert, die in der Gesamtabfolge der Bewegung mehr schaden als nützen. Da­ran ist der Trainerende nicht unbedingt selbst Schuld, weil er die eine oder andere
Übung besonders mag, sondern die geneti­sche Prädisposition steuert es ganz von selbst. D.h. z.B., die Brustmuskulatur ist schon von Natur aus stärker/schwächer als die Armmuskulatur und so wird vom Bankdrücken die Brust immer massiver, aber die Arme bleiben im Verhältnis dünn.

Kettlebell–Training verbindet alle positiven Effekteunter Aus­schluss der negativen Aspekte.

1. Das Kettlebell-Training kann im Stehen, im Liegen oder sonsti­gen Positionen ausgeführt werden, je nachdem welche Muskula­tur für welche Kampfkunst besonders gebraucht wird oder zur Prävention zu kräftigen ist. Dabei kann man Prioritäten festle­gen ohne das Ganzkörpertraining zu vernachlässigen.

2. Das Kettlebell–Training kann faktisch alle Übung des Freihantel-bereichs nachahmen mit dem positiven Nebeneffekt, dass das Gewicht immer außerhalb der Schwerpunktes liegt und damit immer mehr Muskeln fordert als herkömmliche Hanteln.

3. Das Kettlebell–Training kann von linearen in zirkulare Bewegun­gen übergehen innerhalb einer Übung unter Beanspruchung aller relevanten Muskeln, die real in einer Verteidigungssituation gebraucht würden.
Anders gesagt führen die Kettlebells einen in kreisförmige und gerade Bewegungen (sogar abwechselnd), die über den gesamten Bewegungsablauf nicht nur gesteuert werden müssen, sondern gleichzeitig mit Muskelkraft und Koordination in Schwung gehalten werden müssen, das alles in Kampfstellung oder einer dieser Position sehr nahe kommenden.

4. Das Kettlebell–Training stärkt den Durchhaltewillen so sehr, dass das FBI sogar einen Aufnahmetest danach gestaltet hat. Durchhaltewillen ist in der Selbstverteidigung sicher so wertvoll wie in der Sportkampfkarriere oder im Berufsleben.

5. Das Kettlebell–Training stärkt die Steuermuskulatur, die man zum Abstoppen, Antreten und zur Feinjustierung braucht. Damit werden die Bewegungen „razor sharp", technisch sauber und man beugt Verletzungen vor. Auch die Reflexe in diesen wichtigen Muskelbereichen werden gefördert.

6. Das Kettlebell–Training folgt den oben beschriebenen natürli­chen Bewegungsabläufen und hat damit einen verstärkten gesundheitlichen Effekt.

7. Das Kettlebell–Training hat einen kinesiologischen Effekt d.h. es werden Hirnareale, Muskeln und innere Organe zusammenge­bracht, die wiederum für alle Bereiche des Lebens wichtig sind.

8. Das Kettlebell–Training fördert die Fettverbrennung durch die Ganzköperbewegungen an sich (mehr Muskeln im Einsatz = mehr Verbrennung), durch die erhöhte Muskelmasse und den sogenannten metabolischen Effekt. Dabei kommt es zu einer vermehrten Hormonausschüttung, die muskelaufbauend wirkt.

9. Das Kettlebell–Training fördert das Koordinationsvermögen (unter Stress) und verbessert es extrem.

10. Das Kettlebell–Training macht Spaß, weil die Bewegung an sich Spaß macht, aber ganz sicher, weil man schnell Erfolge fest­stellt.

Also, ran ansEisen!

Ich sehe Euchbeim Training.

TCB/S

Robert